Da war doch noch..??

Freitag, 15. Februar 2008
Dies mag sich schon so mancher Zeitreisender aus dem Mittelalter gedacht haben, der das neuzeitliche Hannover besucht hat. Wer schon immer mal wissen wollte, warum es haufenweise `Tore`, aber keine zugehörigen Gebäude in Hannover gibt, ist bei dem Wikipedia-Eintrag goldrichtig.

(Was es nicht alles gibt.. Artikel zu nicht-vorhandenen Gebäuden.. *kopfkratz*)

Catfight um elf Uhr morgens

Dienstag, 12. Februar 2008
Und das bei O.C. California.. ist das immer so amüsant?

Wie ich den Michael - Kessler - Ähnlichkeitswettbewerb gewann

Sonntag, 10. Februar 2008

Nunja, das war doch mal ein angenehmes Wochenende. Am Freitag musste ich mich nach der Arbeit entfrusten und bin deswegen schnell zu einem Klamottenladen auf der Vahrenwalder Str. gedüst, der sich im Wesentlichen auf mittelalterliche Gewänder, Röcke für beide Geschlechter, Samt, Spitze und etwas origineller geschnittene Hosen spezialisiert hat.

Ich war sehr angenehm überrascht, von dem Menschen hinter dem Tresen - Demlak - sehr ehrlich, hilfreich und überhaupt nett beraten zu werden. "Sitzt die?" "Neee, so nicht." "ja, wie denn?" "Das ist ´ne Hüfthose!" *lach*
Wir sind dann anschließend noch ins Quatschen über Hannover im allgemeinen und Besonderen gekommen. Mucho chic. Als ich nach Hause kam, erwartete mich im Briefkasten schon die Covenant-CD, die seitdem hier das CD-Laufwerk bevölkert. Freitag abend habe ich mich dann mit der Transformers-Produktion von Michael Bay versöhnt. Immerhin konnte ich diesmal über den Humor lachen. Allerdings konnte ich diesmal auch vorspulen.

Unerwarteterweise klingelte mich Samstag mittag sanft mein Handy aus dem Halbschlaf. Mit Ponti hatte ich eigentlich nicht gerechnet, ging dann aber schließlich trotzdem mit ihr auf Shopping-Tour auf der Lister Meile. In Läden, in die ich mich alleine nie getraut hätte, sehr interessant. Und nach (beinahe) jedem Laden gab es einen Trüffel für sie und mich. mjaamm. Und gleich im ersten Laden habe ich einen knatschgrünen Pali-Schal entdeckt und von Ponti überlassen bekommen. Die Gute. Mal schauen, wen ich damit zu welcher Gelegenheit erschrecke.

In einem Laden meinte ich dann zu Ponti `Dein Bauch quietscht`. Quelle der Laute war allerdings ein Baby hinter einem Vorhang, dessen Mama mich daraufhin mit bösem Blick musterte.

Nachdem ich dann wieder zuhause war, bei immernoch strahlendem Sonnenschein, ging es auf zum Forums-Stammtisch. Zum ersten Mal, aber bei ebenso herzlichem Empfang wie im Forum selber. Vor allem von Helge, dem Wirt, der irgendwas von `Runden schmeissen` meinte. Scherzkeks. Wird nächstes Mal verbunden mit Musikwünschen umgesetzt. Mal schauen, was er dann sagt..

Zwischendurch kam ein zweiter Pulk hinzu und wir haben dann irgendwie ein `Happy Birthday` für was-weiss-ich-wen auf camcorder gegrölt. Ziemlich irritierend fand ich, dass sich die Leutchen total in Schale geworfen hatten, dann aber meinten, sie würden da eigentlich gar nicht hin wollen. War wohl ehr` für den nachfolgenden Besuch im Labor.

Zwischendurch viele nette Leute. Die schäfchenmalende Hass, Matratzenfee Tyrakos, Sorvar, Header, Avril,.. Gemeinsam mit anderen habe ich dann im Eiltempo eine Auffrischung in Maumau genossen, `schwimmen` gelernt und `stark pigmentierte Afro-Amerikaner` gespielt. Wenn da einiges durcheinander gerät, würde es mich nicht weiter überraschen. Die anderen kamen dann irgendwann nochmal wieder, waren eine rauchen, essen und gegen eins wieder weg. Wer`s mag.. ich hatte auch so viel schöne Ablenkung, viel Geläster über Emos.

Heute morgen habe ich dann erfahren, dass ich gestern abend den Michael-Kessler-Ähnlichkeitswettbewerb gewonnen habe. Nunja, ich möchte nicht wissen, welche seiner vielen Rollen bei Switch da gemeint war..

np: Covenant - Dead Stars

Die Sneak am Mittwoch - "Saw IV"

Mittwoch, 6. Februar 2008

Fein, fein: Da hatten wir nun also Saw IV in der Sneak. *strahl*

Der Jigsaw-Killer ist tot. Tot tot tot. Was ihn aber nicht davon abhält, weiter Menschen auf den rechten Pfad zurückzuführen. Oder doch nicht? In Rückblenden nimmt der Film eine neue Wendung hinsichtlich Jigsaw`s Motivation, seines Weges und stellt auch seine Ex-Frau, der er ja - erst wieder im Angesicht des Todes - in Gedanken sehr nah gewesen war. An seinem Krankenbett hatte Amanda ja in Panik um ihren Guru den Weg der zwangsweisen Erleuchtung verlassen. Die Konzeption war gebrochen, was schlussendlich ihren Tod (Überraschung!) mit sich braucht, sogar noch vor dem letzten Atemzug von Jigsaw selbst. Doch nun führt ein neuer Killer das Werk von Jigsaw fort. Oder doch nicht?

Für mich ent-mystifiziert sich die Reihe mit jedem Teil weiter selbst. Obwohl das Konzept beibehalten wurde, steht das zunehmende Abenteuer- und Rätsel-lösen vollends im Vordergrund. Diese vollends lineare Struktur bricht der Film mit den Rückblenden aus dem Leben des Bau-Ingenieurs John Kramer auf. Harte und schnelle Schritte verhindern, dass Langeweile aufkommt. Die Musik trägt ebenfalls sehr gekonnt zum Handlungsablauf bei, man merkt überdeutlich, dass die Musik direkt zu den jeweiligen Filmszenen eingespielt wurde, zumindest wirkt es so. An Spannung mangelt es also ganz und gar nicht. Allerdings fand ich den Ansatz, die Motivation des aktuellen Killers so recht zum Ende aufzuschlüsseln, mäßig stimmig, irgendwo bleibt da das Verhältnis der Hauptfiguren zueinander auf der Strecke. Zum Mit-Raten ist das also nichts.

Bleibt eine schicke und kurzweilige, sehr überzeugend inszenierte Blut- und Bilder-Orgie mit wenigen, aber guten Schock-Effekten und einem verdammt lässigen Tobin Bell und seit drei Teilen traditionell alleine agierenden Polizisten. Wer die vorherigen Teile mochte, wird auch hier seinen Spaß haben, originell ist er nicht, wirkt aber immerhin stimmiger nachträglich mit der Serie verwoben als sein Vorgänger.

Note: 2 für Fans


Weit weniger faul als es aussieht..

Samstag, 2. Februar 2008

..bin ich derzeit. Okay, die RSS-Feeds bekomme ich mit der zerrupften Datenbank bzw. - und, weit fataler - ihren Inhalten, den Einträgen aus eigener Kraft nicht wieder flott. Nach einer Neu-Installation laufen sie, sobald ich irgendwie an den Plug-Ins schraube, war es das dann erstmal wieder. Ich habe auch weder Zeit noch Lust, mich damit eingehender zu befassen, also wird es wohl eine Dreiteilung aus allgemeinem Zeug - Filme und dergleichen -, meinem Tagebuch und privaten Gedanken geben. Letztere beide bekommen dann auch wieder RSS-Feeds, weil sie ich dafür in vorgefertigten Blog-Communities unterschlüpfen werde.

Viel wichtiger aber: Der Besuch im Labor hat sich einmal mehr gelohnt. Nicht nur, dass ich eine Plastikkarte zurückbekommen habe, bevor ich sie überhaupt vermisst habe. AMD war auch so lieb und hat mir meine Musikwünsche erfüllt, wobei `Fallen Man`von Funker Vogt die Tanzfläche irgendwie ziemlich geräumt hat. Was soll`s?! Insgesamt war das Labor gut besucht, ließ aber auch beinahe liebgewonnene Goth-Zickereien schrulligster Art nicht vermissen. Und, im Kopf mitgebracht habe ich mir das untenstehende. Alleine dafür hat sich der Besuch schon gelohnt



hahaha

Samstag, 2. Februar 2008
Draußen ist Karnevalsumzug und jetzt fängt es - eigentlich zum ersten Mal dieses Jahr in Hannover - an zu schneien. Nicht irgendwann morgens, nein, um kurz nach zwei Uhr nachmittags. Haha. Wolle mer se reinlasse? Sicherlich nicht!

undsoweiter

Donnerstag, 31. Januar 2008
Lustiges Telefongespräch heuer, es ging um Stoßdämpfer. "Gasdruck-Stoßdämpfer oder ??" - bei mir im Off kurz nachgefragt
  • "Gasdruck" Ruhe.
  • "Hallo?"
  • "Ja, staune nur gerade, dass sie das Günstigere ausgewählt haben."
  • "Naja, ich hatte da gerade zwanzig Jahre Berufserfahrung im Ohr."
  • "Na, dafür sind die schwerer einzubauen."

An dem Punkt muss ich eine ziemlich hämische Geste zu demjenigen gemacht haben, der gerade neben mir stand, da er der Glückliche sein wird, der die Stoßdämpfer dann einbaut (und nein, das waren NICHT besagte zwanzig Jahre Berufserfahrung).

Nach der Arbeit dann noch einen ziemlich heftigen Streit mit `nem Scheiss-Radfahrer gehabt, schnell auf der langen Laube Wärmeleitpaste geholt (fünf Euro kostet die mittlerweile) und mit dem Quadcore in den Ring gestiegen. Eine der Muttern zur Boardbefestigung war überdreht, sodass das Ausbauen des Boards irgendwie ohne Ausbohren der Schraube nicht zu machen gewesen wäre. Weil ich zum Reinigen nach jedem neuen Versuch älteres Aftershave genommen habe (Nagellack-Entferner ist irgendwie aus *g*), duftet das ganze sogar jetzt ein bisschen. Was ich von dieser komischen Halterung für aktuelle CPU-Lüfter von Intel halten soll..

Vier federnde Beine, in denen ein schmaler Stift nach unten gedrückt & festgeklemmt wird, was zum auseinanderdrücken der unteren Nasen an der Board-Unterseite führt. Einem Verschluss dieser Art würde ich nichtmal eine verlässlich geschlossene Frühstücksbrotdose zutrauen, aber zu meinem Glück war das Board recht belastbar.


Wolfsheim und so

Samstag, 26. Januar 2008
Kaum trennen sich Wolfsheim, zerreisst der CD-Player im Labor auf theatralische Art und Weise deren CD. Lustig.

Back to weekend

Freitag, 25. Januar 2008

Donnerstag wollte ich nach der Arbeit eigentlich nur noch ins Bett. Schmeichelhafterweise meldeten sich dann aber - beinahe parallel - gleich zwei Leutchen, die irgendwie Hilfe mit ihrem PC haben wollten. Während Patient a mich am Telefon zu besserer Laune beflügelte und vom Einschlafen abhielt, kam schließlich Kandidat B herbei. Mit Verstärkung in Form des kleinen Liam. Wie geil. "Hallo, Liam!" Ehe ich "wupp, da war doch eben noch ein Kind?" denken konnte, war er schon hinter Daddys Bein verschwunden. Übrigens teilt er mit j die Begeistung für Autos - ein Glück stand die Kiste mit Autos für j noch an ihrem angestammten Platz - und besonders Bagger; und rot müssen sie sein! Ziemlich begeistern konnte er sich auch für Billiardkugeln, ich sage mal, früh übt sich.. *g* Die Bagger hat er wohl derzeit bei den Bauarbeiten am Südbahnhof mehr als genug, schade eigentlich, dass man sie bei google-maps Satelitenbildern nicht sehen kann, aber Liam kann ihnen den ganzen Tag zusehen ohne dass es ihm über wird.

Bei ihm kam übrigens noch eine andere Sammelleidenschaft zum Vorschein - einen USB-Stick am Band hatte er sich umgehängt, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt. Seine Welt wird nicht von Elefanten auf dem Rücken einer Schildkröte getragen, sondern sie hängt an einem Schlüsselband.

Nebenbei habe ich jetzt Daddy`s Beinahe-State-of-the-art-Quadcore. Schon bald bin ich darauf gestoßen, dass die Frage danach, ob er das nicht sogar selbst könnte, dank SATAII-Treibern bei der Installation sowie einem angenehm leisen, aber unangenehm wirkungsarmen Prozessorkühler (nach fünf Minuten ist er bei 70°, dann geht er ganz humorlos von alleine aus) auch wahrheitsgemäß mit einem `nein` beantwortet werden kann. Vorhin am Telefon meinte er, auf eine Verzögerung angesprochen, er hätte das ganz praktisch gefunden, dass der PC ausgeht, wenn man nicht dran arbeitet. Hi hi. Er ist der Gott des `Gutes-im-Schlechten-Sehen`.

Ansonsten war ich ja immer schon ein bisschen gegen den Trend, egal um was es geht. Darauf, freitags besonders zynisch zu sein, während alle frohen Mutes in ihr Wochenende rutschen, könnte ich hingegen gerne verzichten. Und auch der Typ, der heute auf der Arbeit recht unglücklich im Weg geparkt hat, hat das - beziehungsweise mich - vermutlich so erlebt, wie wenn man beim Leiterspiel die gaaaaanz weite Treppe nach unten rutscht. Aber ich glaube, freitage sind bei mir immernoch mit ganz bestimmten positiven Erlebnissen verknüpft, die es so nicht mehr gibt. Nachher werde ich strikt den hier hinterlegten Ideen nachgehen, es ist schließlich wieder Mittelalter-Party .

np: Emilie Autumn - I want my innocence back


Die Sneak am Mittwoch: Into the Wild

Donnerstag, 24. Januar 2008

`Into the wild` erzählt aus dem Leben eines Aussteigers, der sich selbst auf den Namen `Alex Supertramp` tauft und vor bürgerlicher, albtraumhafter trügerischer Familienidylle in die raue Unberührtheit der Natur flieht und seine persönliche Freiheit sucht. Er verwischt die Spuren, lässt seine Familie über seinen Verbleib völlig im Unklaren und vagabundiert quer durch die vereinigten Staaten. In Rückblenden lässt der Film an Alex` finaler Station sein Leben in fünf Akten der persönlichen Fortentwicklung Revue passieren. Er trifft Menschen, andere Aussteiger, lernt von ihnen, bildet sich eine Meinung und zieht weiter - seine Reise treibt ihn dabei von den Werten, auf die das Amerika der Neuzeit aufgebaut ist, immer weiter fort.

Er idealisiert, polarisiert und schafft sich dabei seinen ganz eigenen Raum. Der Film stellt althergebrachte Werte auf den Kopf. Und genau dazu möchte der Film auch anregen: Sich seine eigenen Werte zu schaffen, im Kopf mit althergebrachtem abzuschließend, was in diesem Fall heisst, zurück zur Natur zu finden. In sehr eindringlichen Bildern stellt der Film dar, dass Supertramp die zivilisierte Welt fremd geworden ist. In rohen Bildern zeigt der Film am Beispiel von Los Angeles, was unser Käfig aus Sicht des Aussteigers aus uns macht.

Dabei gibt es sehr wohl einen Raum für Freundschaft in dieser einsamen Welt und Streuner Alex lernt, dass auch die völlige Einsamkeit und Abgeschiedenheit nicht seine Glückseligkeit ist. Er ist eingesperrt, diesmal in der Weite der Natur. Vielleicht eine Metapher darauf, dass es darum geht, die persönliche Freiheit zu entdecken und sich selbst zu wahren und gar nicht nur um die Natur an sich.

Einiges im Film ist tiefgründiger als anderes, was nur die Geschichte weitererzählt. Anderes spielt sehr mit unserer Wahrnehmung. Nacktheit als völlig natürlich wahrzunehmen ist eine Sache, der Film treibt es aber auf die Spitze und hält einem eine dänische camperin absichtlich so vor die Nase und belegt mit filmischen Mitteln - dem denkbar belanglosen Dialog, der so gar nicht in den Rest der Geschichte passt sowie der Kamera-Arbeit - für sich selbst, dass dies nur der puren Provokation dient und in keinster Weise der Dramaturgie. Wenn dies selbst bei abgestumpften Europäern ankommt, wie mag es dann für einen Amerikaner gesetzteren Alters wirken? Die pure Provokation.

Der Angriff auf ein verlogenes Spießertum - womit wir wieder bei den eigenen Wahrheiten des Films wären - funktioniert recht gut, bis auf ein kleines Detail: Wenn es ihn so sehr belastet, dass seine Eltern ein betrügerisches Doppel-Leben mit parallelen Liebschaften geführt haben, warum erkennt er dies nicht als deren persönliche Freiheit an? Aber wahrscheinlich denke ich einfach zu quer.

Eindringlich geht der Film auch auf die Sicht und die quälende Ungewissheit für Alex` Familie ein und spinnt damit ein vielschichtiges Drama um einen Abenteuerfilm herum. Im selben Zusammenhang ist sicher auch der Nebenplot zu sehen, der seine Wirkung auf und das Leben eines vielleicht gemäßigten Hippie-Pärchens zeigt. Durchaus auch mit dem Fokus darauf, dass deren Leben auch nicht nur Sonnenschein beinhaltet und darauf, was sie dazu gemacht hat, was sie sind. Auf den weiteren Nebenplot einer Lovestory, in dem Alex` um seines Freiheitsdrangs willen der Liebe entsagt, hätte ich hingegen gerne verzichten können. Für seine Charakterisierung sicherlich von hohem Wert nimmt dieser Teil dem Film die Rauheit, die die Naturbilder und die sonstige Abgeklärtheit gegenüber der bürgerlichen Welt so gekonnt erzeugen. Vielleicht war aber auch nur genau das nach all den Statussymbolen und umgeworfenen Werten mein persönlicher wunder Punkt.

Absolut begeistert haben mich die Landschaftsaufnahmen mit atemberaubenden Panoramen und tollen Naturaufnahmen. Der absolute Wahnsinn. Selbst der Bär sah - nach dem im Werbespot für Koffer - doch sehr lebendig aus. Wildes Leben hautnah auf der - wahrscheinlich außerhalb einer Sneak nie wieder so großen - Kinoleinwand und die ganze unverfälschte Schönheit der Natur. Kleine Details wie die regelmäßigen Erinnerungen an die Zivilisation durch ein Flugzeug hoch am Himmel stehen der liebevoll in Zeitsprüngen ausgearbeiteten Geschichte ausgezeichnet. Lediglich auf die Liebesgeschichte hätte ich gerne verzichten können, zumal durchaus einige Längen und Wiederholungen zu verdauen sind. Die Erzählung per Stimme aus dem Off aus Alex` Sicht und der seiner Schwester fand ich toll.

Allerdings fordert einem die lange Laufzeit einiges ab: Die tollen, aber verschlungenen Pfade durch Literatur-Zitate sowie eigene Lyrik von Supertramp und letztlich sogar noch Songtexte fordern einiges an Konzentration, 140 Minuten mit Emile Hirsch einiges an Nerven. Darstellerisch gibt es weder bei ihm auf der Reise zu sich selbst noch bei seinen Film-Eltern etwas auszusetzen, aber die permanente Sicht auf eine Person fand ich schon sehr anstrengend. Ich hätte auch nicht gedacht, Marcia Gay Harden nach gerade einmal zwei Wochen in der Sneak wiederzusehen. Bis in die Nebenrollen ist die Besetzung einfach stimmig.

Der Aufwand, eigens dem Film auf den Leib geschneiderte Songs vom Ex-Pearl-Jam-Frontmann Eddie Vedder einspielen zu lassen, gehört auf jeden Fall gewürdigt. Mein Fall war die Musik allerdings so gar nicht.

Als Note gibt es insgesamt eine glatte 2 verbunden mit dem Dank für einen weiteren Film, den ich so sonst sicher nicht gesehen hätte. :-)

"Du kannst doch nicht einfach Weihnachten abschaffen. Für wen hältst Du Dich? Gott?!" in Kombination mit dem durch`s Camp unter Wüstensonne kreuzenden Weihnachtsbaum - grandios.

Soo viele schöne..

Dienstag, 22. Januar 2008
..Wallpaper. Zumindest für Buffy-, Transformers-, Cartoon- und Dark-Art-Liebhaber im Allgemeinen.

Scarface

Dienstag, 22. Januar 2008


Das war nun also mein erstes Mal im Künstlerhaus Hannover. Wirkten der Bau mit seiner hohen Treppe zum Eingang und merkwürdig-pseudo-intellektuellen Gestalten vor der Tür auf mich bisher immmer ehr einschüchternd, so geht es innen drin durchaus gemütlich zu. Ein einladendes Foyer mit Tischen und Stühlen im Straßencafe-Stil, Filmposter und Hinweise auf Veranstaltungen, denen kurze Verweise in Stadt-Magazinen jede Luft zum Atmen und alles Interessante nehmen. Nebenan fand zum Beispiel eine Lesung von Julia Franck statt, vielleicht auch nicht die schlechteste Art, seinen Abend zu verbringen.

Die Sitzreihen mit gemütlichen schwarzen Klappsesseln sind höhenmäßig deutlich voneinander abgesetzt, die seitlichen Lampen Scheinwerfer im Studio-Stil. Nach etwas Werbung und Filmtrailern, bei denen das Equipment zeigen konnte, was es kann ging es auch schon mit dem Klassiker `Scarface` los. Die Kopie des fünfundzwanzig Jahre alten Films hatte zwar dann und wann einen deutlichen Farbstich, das gab dem Ganzen aber seinen eigenen Charme.

Der Kuba-Flüchtling (An)t(h)ony Montana arbeitet sich vom Tellerwäscher zum Gangsterboss hoch. Dabei wird schon im Gespräch mit einem Beamten der Einwanderungsbehörde schon früh klar, dass er clever ist, Unterordnung aber noch nie seine Stärke gewesen ist. Und so arbeitet er sich mit Abgekochtheit in einem Verbrechersyndikat hoch und kommt über den Umweg der Frau seines Bosses ("es ist immer eine Frau im Spiel") schließlich dazu, den König zu stürzen und sein eigenes Imperium zu gründen. Dabei steht er unter ständigem enormem Druck und bricht in folge dessen auch häufiger darunter zusammen und sieht rot. Dabei fordert Skrupellosigkeit immernoch nur noch mehr Skrupellosigkeit heraus, als er mit kompromisslosen Gewalttaten bricht, bekommt er selbst die Konsequenzen am Leibe zu spüren.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie Tony`s Zielstrebigkeit ihn zunächst zum Ziel führt, immer weiter, es schlussendlich aber genau das ist, was ihn zerstört. Er wird zum unberechenbaren Wrack und bricht natürlich auch mit der Regel, `niemals von seinem eigenen Stoff high zu werden`. Zwiespältig angelegt kümmert er sich rührend um seine Familie, betrauert seine Freunde und führt diese zugleich mitunter selbst in den Untergang. Er will alles und weiss es doch nicht zu schätzen, wie ein großes Kind, dem immer die Leitfigur gefehlt hat. Zu der charakterlichen, nicht aber geschäftlichen, Leitfigur an seiner Seite kann er tragischerweise nie aufsehen, obwohl dieser sicherlich viele richtige Entscheidungen trifft. Und so kostet ihn sein Dickkopf, seine für ihn selbst kaum zu bändigende `Charakterstärke` schlussendlich alles.

Dabei ist das Spiel von Al Pacino beeindruckend, er braucht eigentlich nur mit den Augen zu rollen oder insgesamt zu arbeiten und man weiss sofort, was in ihm vorgeht, sei er gerade in sich zerrissen, glücklich, zielstrebig, am Boden. Die Tiefe des Spiels, seine Körpersprache bedarf weder einer Synchronisation noch weiterer Erklärung, er zieht den Zuschauer mit seiner Präsenz in einen packenden Strudel der Anteilnahme. Tony`s Sidekick, Manny Ribera, verkörpert von Steven Bauer beeindruckt mit seinem Spiel als Gegenpart zu Tony`s dominantem Wesen in beeindruckender Weise und wirkt perfekt in seiner Rolle. Er ist häufiger nicht Tony`s Meinung, fügt dem Film aber mit einem kurzen Überlegen und anschließender bedingungsloser Loyalität eine ganz eigene Note zu.

Die Geschichte ist, wenn auch für heutige Maßstäbe sehr gradlinig angelegt, als Charakterstudie des düsteren, abgeklärten Gangsters Tony Montana ungemein vielschichtig und als Epos angelegt. Weniger als in ähnlich angelegten Filmen wie `Blow` geht es bei den Gangstergeschäften um das `wie`, im Vordergrund steht ausschließlich die Interaktion, Vertrauen, Neid, Missgunst.

Nicht grundlos wurde der Film in der Reihe `Der Kameramann John A. Alonzo` aufgeführt: Die Bildregie, Schnitt und Kameraarbeit sind wirklich toll. Weite Schwenks ein Treppenhaus hinauf oder einen Wohnblock entlang auf eine Person zu, die dann aus der Szene heraus agiert gehören sicher zu dessen Handschrift. Die Figuren agieren häufig in der Totalen, vergleichsweise selten in harten Close-Ups. Es sind weite Bilder, die die Welt des Tony Montana einfangen und immer wieder diese tollen Schwenks z.B. fällt Tony`s Blick auf einen Zeppelin mit der Leuchtschrift `The world is yours` zu und die Kamera schwenkt zurück zu Al Pacino, damit es auch der letzte versteht. Eine weit eingefangene Straßenschlucht in New York, ein famoser Sonnenuntergang in einer Vielzahl von Rot-Tönen, man hat schon einiges zu gucken. Apropos `Rottöne`, es fehlt dem Film auch nicht an Blut, dabei wurde dieses insbesondere zum Schluss an einem Frauenkörper mit seiner ganz eigenen Ästhetik ins rechte Licht gerückt.

Auch die Musik - schrille, laute Diskoklänge von Giorgio Moroder - fügt sich harmonisch-unharmonisch ein. Ob diese dem Film allerdings eine Note von Filmen geben sollte, die heute allesamt als trashig gelten - Filme wie `Phantom Commando` -, möchte ich mal bezweifeln. Die Ausstattung des Films mit alten Straßenkreuzern, in denen sich niemand so lässig und bedrohlich zugleich lümmeln kann wie Al Pacino, hat mir jedenfalls auch sehr gut gefallen. GTA lässt grüßen..

..and the nominees are..

Dienstag, 22. Januar 2008

Bisher habe ich die Verleihung der goldenen Himbeere für die schlechtesten Filme immer ehr` mit einem Lächeln abgetan - man muss es schließlich immer erstmal besser machen. Aber die Nominierungen dieses Jahr sind... doch sehr amüsant:

Lindsay Lohan tritt als Nominierte für `I know who killed me` gegen.. Lindsay Lohan an. Die Doppelrolle hat ihr folgerichtig zwei Nominierungen für ihre beiden Rollen eingebracht. Bleibt außerdem noch der Award für das `fürchterlichste Filmpärchen`: Nominiert sind als Paar... Trommelwirbel... atemlose Spannung... Lindsay Lohan und Lindsay Lohan "(as The Yang to Her Own Yin)". Lustig.

Eben am Telefon

Dienstag, 22. Januar 2008

Hörer abgenommen. "Isch grrrrroßer Trrrrrransporter, isch links." aaaaaaaaaaah! Sie kommen mich holen!

just disappered

Sonntag, 20. Januar 2008
Samstag dann flugs ins Auto gehüpft und mir mal die andere Seite von `Mitfahrgelegenheiten` angeschaut - als Passagier. "Liebe Eva, Autobahn geht gar nicht!" Von wegen, Autobahn ging sogar richtig gut, in einem Kadett Kombizusammen mit vier Mädels (drei 2-Beiner, ein Vierbeiner). Nach einigen amüsanten Turbulenzen, angefangen bei meinem `häh, da war schon alles voll, deswegen habe ich Dich nicht angesprochen` über `oh, scheisse, mein Portemoney liegt noch bei der anderen Fahrerin im Auto` insgesamt ein interessanter Trip. Meine blonde Gesellschaft hinten als fremdsprachresistente Weltenbummlerin und Ski- und Schwimm-Lehrerin war allerdings irgendwann etwas missgestimmt, weil ihr Handy-Akku das permanente Telefonieren (mit ein und derselben Freundin, die sie zwei Stunden später eh gesehen hat..) nicht mitgemacht hat, die Fahrerin war Medizin-Studentin und die Beifahrerin mit dem Portemoney Lehramts-Studentin Grund- und Hauptschule (..) . Und der Hund, junge Collie-Schnauzer-Mischung studierte die hohe Kunst der Meditation.

Von Bahrenfeld dann schließlich wieder zurück in die Stadt fiel mir an mehreren Stellen eins auf: Man braucht für jeden Scheiss Kleingeld. Tagesticket HVV für - zurückhaltende 5,60 € - und Schließfach im Hauptbahnhof waren dann auch zusammen fast so teuer wie die gesamte Hinfahrt. Verkehrte Welt.

Danach bin ich dann noch etwas im Viertel um die Sternschanze herumgestromert, wo mir diesmal aber so gar nicht nach trendigen Hip-Hop-Shirts war, damit war das Thema `Klamotten` etwas schneller abgehakt. Außer einer Vase in Revolver-Form für eine einzelne Blume war nicht viel zu entdecken. Die Lounge-Cubes, antiken Möbel und famose Auswahl pseudo-antiker Spiegel hatte ich ja schon mit Refuse zusammen bewundert. Auch nicht fehlen durfte ein Abstecher zu einem gutsortierten Piercing-Laden umzu. Die Bedienung mit feuerroter Mähne, weißem Kleid, grell-rot-geschminkten Lippen im Pin-Up-Stil hätte glatt Modell für ein Tattoo sein können, fand aber erst nach einigem Suchen die von mir erinnerten Tunnel für das Ohrläppchen mit eingearbeitetem Würfel. Und in schwarz auch erst in 12mm, da habe ich dann wohl noch ein bisschen was vor mir, bis so einer für mich Sinn macht. Ziemlich krass kam allerdings der Tip daher, zum Dehnen von Löchern im Ohrläppchen tageweise seinen Schlüsselbund dort anzuketten. Auf meine Frage, was denn für sie ein typischer Schlüsselbund sei, zuckte sie nur mit den Schultern und meinte etwas von `ein einzelner Schlüssel wäre ja kein Bund, nech`. Alles klar?

Danach habe ich mich dann aber noch auf die Suche nach der Casa Jungbluth gemacht und diese auch gefunden. Nichtmal direkt an den anderen Geschäften, sondern entlang des Dom-Platzes und unweit des Stadions, in dem gut-behütete Fußballfans die Partie von `96 gegen den 1. FC St. Pauli verfolgten. Die Marktstr. bietet übrigens neben der `Jungbluth`-Boutique (übrigens weit größer als das Tattoo-Studio wirkt) vor allem mit Lucky Lucy noch mindestens einen geilen Klamottenladen.

Danach war ich noch schnell ein Geschenk kaufen und einpacken, Frauke hatte sich ja eigentlich ehr` Bares zum Geburtstag gewünscht. Das Einpacken im Kaufhaus war dann alles andere als lustig, mit einer stumpfen Schere Geschenkband kräuseln ist für Fortgeschrittene. In Harburg angekommen, erwartete mich ein reichhaltiges Büfett, leckerer Margarine-los gebackener Apfelkuchen sowie nette, mir allesamt unbekannte Gäste. Und hannover`sches Bier. Einbecker.  rolleyes  Alles südwärts der Elbe ist für Hamburger echt Balkan. Den Abend verbrachten wir dann damit `über Hannoveraner, Berliner ("alles ne Freakshow" [tm] meine Nachbarin im Auto) , schnelle Autos, Ecki(!!!) usw. zu philosophieren. War wirklich eine nette Atmosphäre, bis ich von Petra mein Alter schätzen liess. 38. ACHTUNDDREISSIG?! Aus Trotz habe ich dann den `Tag der Frau` auf Frauke`s `31. September` verlegt. So! Anschließend sprudelte mit leuchtenden Augen eine Erzählung über den Kirchentag in Köln aus ihr heraus. Wie sie völlig ergriffen von der Präsenz des Papstes war, nachdem sie morgens um sechs um seinetwillen aufgestanden war. Völlig neue Erfahrung, wie jemand so für dieses Thema glühen kann, wenngleich ich diese Variante von multipler Massen-Selbsthypnose zu einem einzigen, riesengroßen Frieden auf zwei Love-Parades auch schon einmal ähnlich wahr genommmen haben.

Übrigens kann es einen halb verrückt machen, wenn ein Motorola-Handy per pieps um Aufmerksamkeit buhlt und man den Ton alle paar Minuten nicht orten kann. Klar, dass ich mein Razr im Verdacht hatte, doch irgendwann kam Petra dann angestromert und griff wortlos nach ihrem Handy in einer Taschen neben meinem Schlafplatz. Überhaupt `schlafen`, irgendwann gegen fünf Uhr morgens gewann die Müdigkeit gegen mich und ich wickelte mich direkt vor der Box in meinen Schlafsack, während der tapfere Rest weiter am Quatschen war. Soweit so gut - aber als die drei schließlich im Schlafzimmer verschwanden, hörte ich im Hintergrund, wie geflüstert wurde. Hallo?!

Nichtsdestotrotz bin ich erstaunlich munter und hatte sogar noch ein interessantes Gespräch mit dem Fahrer auf der Rückfahrt. Dass man über Politik nienicht mit Fremden reden soll, ist mir irgendwie erst aufgefallen, als wir schon festgestellt hatten, dass wir eh einer Meinung sind. Hmm. Nebenher habe ich auch noch gelernt, woher der Begriff `Pfeffersäcke` kommt und dass der vorabends diskutierte Begriff `tofte` ihm aus einer Schulzeit in Minden ein Begriff war und somit ebensowenig Phantasiegespinst wie postmoderne germanisierung des Begriffs `tough` zu sein scheint.

np: Emilie Autumn - Misery loves company